Datenverlust - Britischer Hoster verliert Daten von Kunden - Seit August 2017

Britischer Hoster verliert Daten von Kunden - Symbolbild Notebook mit CSS Programmierzeilen

Nicht immer sollte man den blumigen Versprechungen von Internet-Hostern blindes Vertrauen schenken. Oft genug werden Fälle bekannt bei denen Kunden von Hostern Daten verloren haben. In dem aktuellen Fall geht es um einen Hoster der seine Server und die Projekte seiner Kunden zuletzt vor ca. 7 Monaten sicherte.

Daten von Kunden verloren - Letztes Backup im August 2017

Wer Daten in die Cloud speichert oder bei einem Internet-Hoster ablegt, der vertraut mitunter den üblichen blumigen Marketing-Versprechungen wie "Wir sind Marktführer", "Nr. 1 im Land xyz" oder "niedrigen Ausfallquoten". Das die Realität hierbei mitunter komplett anders aussehen kann beweist der britische Domain-Registrar und Web-Hoster "123 Reg". Am 5. März 2018 bestätigte das Unternehmen einen Hardware-Fehler von einem seiner Server. Die auf diesem gehosteten Webseiten waren hierdurch nicht erreichbar und somit offline. Ein Teil der betroffenen Daten und Kundenprojekte wurde hierdurch unwiederbringlich verloren. Zu allem Überfluss stellte sich im Zuge von Recherchen des Internet Portals "Bleeping Computer" heraus, dass die intern erstellten Backups dieses Servers im August 2017 erstellt wurden, verbunden mit etlichen Kundenbeschwerden über verlorene Dateien und Projekte. Denn der Wiederherstellungszeitpunkt der zurückgespielten Daten liegt hierbei im August.

Als Antwort auf die Kundenbeschwerden bestätigte der Support des Unternehmens, dass die zurückgespielten Daten auf ein Backup beruhen, welches im August 2017 angefertigt worden ist. Schlimmer noch, der Hoster fragt seine Kunden ob deren Web-Entwickler nicht zufälligerweise noch ein Backup der verlorenen Webseite haben.

Auf Anfrage des Portals "BleepingComputer" wurde seitens "123 Reg" mitgeteilt:

"Gestern Morgen (Montag 5. März), trat ein Hardware-Fehler an einem unserer Server auf. Dieser führte dazu, dass einige Websites offline waren. Nachfolgende Versuche diese Websites wiederherzustellen gelangen leider nur eingeschränkt auf ältere Versionsstände oder ließen sich in Teilen nicht wiederherstellen. Unsere Service Teams helfen unseren Kunden, Ihre Daten von ihren selbst erstellten Backups wieder zurückzuspielen. 123 Reg möchte sich bei allen betroffenen Kunden ausdrücklich entschuldigen."

Zwischenzeitlich äußerten sich weitere empörte Kunden darüber, dass Ihnen seitens des Anbieters dies nicht proaktiv mitgeteilt wurde sondern diese Information lediglich auf einer Support-Webseite des Unternehmens bereitgestellt wurde.

Exemplarisch hierfür ist ein Web-Entwickler der einem seiner Kunden halft ein Projekt bei 123 Reg hosten zu lassen und auf Nachfrage bestätigte, dass er keinerlei Informationen über den Ausfall und den Verlust der Daten erhielt, auch Support-Tickets blieben weitestgehendst unbeantwortet. Die einzige Reaktion gab es via Twitter, bei denen das Unternehmen mitteilte, dass es die betroffenen Kunden kontaktieren wolle.

Obenstehenden Ablauf kann man auf "BleepingComputer" nachlesen und Probleme dieser Art treten häufiger auf als man denken mag. Ganz gleich ob nun Hoster, Cloud oder welche Art von virtueller Datenspeicherung auch immer, am Ende der Speicherkette stehen physikalische Datenträger, sprich Festplatten oder Solid-State-Disks. Ob diese innerhalb eines Verbunds organisiert sind und wie diese Daten intern durch Backups gesichert werden, darüber breiten die meisten Anbieter einen Mantel des Schweigens.

Bei jedem Vertrag, den man mit einem Anbieter hinsichtlich einer Auftragsdatenspeicherung eingeht, sollte man im Vorfed prüfen was im "Kleingedruckten" der allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Anbieters steht. Hier finden sich unter anderem Regelungen zum Verlust von Daten, evtl. Haftungsfragen und Rechte und Pflichten des jeweiligen Anbieters.

Zwar schützt Lesen nicht vor eventuellem Datenverlust, es mindert jedoch die Auswirkungen. Wenn man von solchen Beispielen lernen möchte, dann sollte man nicht auf marktschreierische Slogans vertrauen und regelmäßig eigene Backups seiner Daten in der Cloud anfertigen. Dies ist der beste Weg sich vor Datenverlust auf der Anbieterseite schützen zu können.

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