Datenwiederherstellung von Dateisystem

Datenwiederherstellung bei logischer Beschädigung am Datenträger und Dateisystem

Datenwiederherstellung bei Defekt am Dateisystem
Im Folgenden werden einige Aspekte im Zusammenhang mit Datenwiederherstellung
aufgezeigt:
  1. Definitionsansätze Datenwiederherstellung
  2. Ursachen für Datenverlust
  3. Unterschied zwischen logischer und physikalischer Beschädigung bei Datenträgern
  4. Verhaltensregeln bei Datenverlust und Datenträgerfehlern
  5. Datenträger und Ihre "Haltbarkeit"
  6. Dateisysteme und Datenwiederherstellung
  7. Betriebssystem und die Wiederherstellung von Daten

1. Definition der Datenwiederherstellung

Wikipedia definiert wie folgt: "Datenwiederherstellung (engl. Data Recovery)
wird der Vorgang genannt, mit dem man gelöschte bzw. beschädigte Daten (inkl. Programme) auf
einem Datenträger wiederherstellt oder Unlesbares wieder lesbar macht, z.B. von Daten einer Festplatte,
einer CD oder DVD, von einem Bandlaufwerk, einer Floppy Disk oder auch von Speicherkarten (über USB
auch per USB-Stick)."
Andererorts findet man Erklärungsansätze, die eher zwischen den Begriffen differenzieren:" Datenwieder-
herstellung bezeichnet die Rekonstruktion von Daten (Dateien, Programmen, Systemen) deren logische
Struktur beeinträchtigt oder zerstört ist, so dass mit normalen Mitteln der Technik nicht mehr darauf
zugegriffen werden kann.
Datenrettung, im Gegensatz dazu, beschreibt die Wiederherstellung von Daten von physikalisch be-
einträchtigten oder beschädigten Datenträgern, wie Festplatten, Festplattenverbünden (RAID, Server),
CD, DVD, Floppy Disk, Flash-Speichern, USB-Stick, Memory Card und so weiter."
Ausgebauter 'Head' unter dem Labor-Mikroskop
Meist werden die Begriffe "Datenrettung" und "Datenwiederherstellung" im Internet jedoch synonym
verwendet, da beide Begriffe eine hohe Relevanz bei den Suchergebnissen der meisten Suchmaschinen aufweisen
und sie im Prinzip auch beide das Problem, verlorene Daten von digitalen Datenträgern, wie Festplatte, RAID
Systeme, Server, CD, DVD, Memory Card usw. zurückzugewinnen, trefflich umschreiben. Folgt man dem
zweiten Ansatz unterscheiden sich die Begriffe enorm und ziehen praktisch auch gleich ganz andere Maßnahmen
und Voraussetzungen nach sich. Eine solche Differenzierung erscheint jedoch nicht unbedingt sinnvoll, es sei denn
man spräche von Datei wiederherstellen oder Dateiwiederherstellung.
Aus Sicht professioneller Anbieter dieser Serviceleistung, macht es keinen Unterschied ob die Rettung von Daten im einem Reinraum Labor oder Datenwiederherstellung gemeint ist, ersteres hört sich aber griffiger an und wird deshalb auch meistens verwendet, so oder in abgewandelter Form sogar in den Firmennamen, zumindest jedoch fast immer in entsprechenden Werbetexten.

2. Ursachen für Datenverlust

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, listet auf seiner "Bürgerinformationseite-
BSI für Bürger" vier Gründe für den Verlust von Daten auf, die u.U. eine Datenwiederherstellung erforderlich
machen können:
Versehentliches Löschen von Daten (Um dies rückgängig zu machen, gibt es in Betriebssystemen
eine Art Papierkorb. Dorthin gelangen die gelöschten Dateien erst einmal und können jederzeit
wieder hergestellt werden. Haben Sie den Papierkorb jedoch geleert, dann sind die darin ent-
haltenen Dateien in der Regel gelöscht. Das Gleiche gilt, wenn Sie den Papierkorb so eingerichtet
haben, dass er Daten sofort automatisch löscht.)
Irrtümliches Überschreiben von Daten
(Oft passiert das, wenn Sie ein bereits bestehendes Textdokument als Vorlage für ein neues
Schreiben benutzen wollen, abändern, und dann versehentlich unter dem alten Namen speichern.)
Unsachgemäßes Herunterfahren des Rechners
(Gefährlich für die Daten ist auch, Computer nicht vorschriftsgemäß herunter zu fahren, sondern
einfach auszuschalten.)
Gefahren durch Computerschädlinge (Viren, Würmer, Hackerangriffe)
Bei den bisher gelisteten Ursachen für einen Datenverlust, die eine Datenwiederherstellung erforderlich machen können, handelt es sich fast ausschließlich um menschliches Versagen oder um, durch Menschen verursachte Beschädigungen.
Analog zur Begriffsabgrenzung von oben werden hier hauptsächlich Gründe für logische Beschädigungen aufgeführt. Lediglich das unsachgemäße Ausschalten des Rechners kann auch zu physikalischen Beschädigungen führen, nämlich wenn z.B. während eines Schreibzugriffs auf die Festplatte der Strom abgestellt wird und die Disks dann unvermittelt nicht mehr drehen.
In Ergänzung zu den o.a. Gründen warum Daten verloren gehen können, findet man unter anderem bei
Wikipedia noch folgende Gründe für Informationsverlust bei Daten:
  • Katastrophen (Brand, Explosion, Wasserschaden, Überspannung)
  • Technische Defekte von Festplatten oder Datenträgern (Überalterung, Verschleiß, Fehlfunktionen)
  • Unachtsamkeit (Sturz, Unfälle, Versehen)

3. Logische und physikalische Beschädigung bei Datenträgern

Bisher wurde bereits auf einige Aspekte der Beschädigungen bei Datenträgern eingegangen, die eine Datenrettung
oder Datenwiederherstellung erforderlich machen können. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:
  • logischer Beschädigung und ( = Datenwiederherstellung )
  • physikalischer Beschädigung ( = Datenrettung )
Wie bereits angesprochen sind die Ursachen, die eine Datenwiederherstellung erforderlich machen, hierfür meist
unterschiedlich. Normalerweise unterscheiden Spezialfirmen für die Datenwiederherstellung
zwischen diesen beiden Schäden deshalb ihre Preise nach diesen Kategorien, da der zu erbringende Aufwand
erheblich auseinanderklafft.
Datenwiederherstellung bei logischen Beschädigungen
Meist bietet der Vorgang der Datenlöschung oder die Art des Datenverlusts gleichzeitig auch einen Hinweis auf
die Art, wie die verlorengeglaubten Daten vielleicht doch noch wiederherstellbar sind. Dies setzt jedoch voraus, dass man genau weiß, wie
bzw. warum die Daten von z. B. der Festplatte verschwunden sind!
Undelete
(Betriebssysteme halten oftmals die Funktion "Rückgängig machen" bereit, um Dateien aus dem
Papierkorb wiederherzustellen. Hier sind die Daten noch in einem Art Container gehalten und erst nachdem
sie von dort gelöscht wurden, sind sie von der Oberfläche verschwunden.Mit Undelete oder vergleichbarer Software zur Datenwiederherstellung stellt man diese
Daten wieder her.)
Datenlöschung
(Wurden Dateien gelöscht, so sind diese Daten dann normalerweise nicht wirklich von der
Festplatte gelöscht, Ausnahme "sichere Löschung", sondern lediglich "der Zeiger auf das Datenbündel", file
allocation table, fat, wurde entfernt und der belegte Speicherplatz wieder freigegeben. Je weniger
Datenbewegungen auf dem Datenträger stattfanden, desto höher ist die Chance, mit entsprechender
Software, eine erfolgreiche Datenwiederherstellung zu erzielen.)
Vorsicht beim Einsatz von Software zur Datenwiederherstellung
Natürlich kann man sich freie Software Datenwiederherstellung aus dem Internet besorgen und versuchen damit
eine Datenrekonstruktion durchzuführen.
Es werden auch Produkte dieser Art kostenpflichtig zur Verfügung gestellt.
Der Computerhändler um die Ecke hat eventuell auch mehr Zutrauen zu seinen Fähigkeiten und probiert mit
so einer Software die Datenwiederherstellung hinzubekommen, um den Preis für seinen Kunden möglichst
gering zu halten.
Der Einsatz von Programmen oder kostenloser Freewarezur Datenwiederherstellung ist durchaus leicht zu bewerkstelligen und eben
auch sinnvoll, wenn man weiß, dass es sich um eine rein logische Beschädigung des Datenträgers handelt. Ist man
sich dessen nicht sicher, sollte der Weg IMMER zum professionellen Datenretter führen.
Auch wenn dieser nach eingehender Analyse des Datenträgers mit Software arbeitet, so dürfte er wohl auch in deren
Handhabung durch häufige Anwendung geschulter sein, als ein Laie, der das Programm erstmals bis gelegentlich bedient.
Rettung von Daten bei physikalischer Beschädigung
Bedarf es zur logischen Datenwiederherstellung lediglich Zeit, Geduld und meist verschiedener Software, so gestaltet
sich die Vorgehensweise bei physikalisch beschädigten Festplatten oder anderen Datenspeichern schon etwas
komplizierter. Dies liegt daran, dass der Schaden unterschiedliche Bereiche des Datenträgers, (hier exemplarisch
Festplatte) beeinträchtigen kann:
  • Elektrik
  • Elektronik
  • Mechanik
  • Datenträgeroberfläche
  • Firmware
Will man erfolgreich von physikalisch beschädigten Datenträgern Daten retten, so benötigt man zwingend einen
Reinraum. Die wenigen Spezialfirmen in Deutschland, die darüber wirklich verfügen, arbeiten mindestens mit
zertifizierten Reinräumen der Klasse 100. (Hier mehr zur Datenwiedherstellung im Reinraum) So ein Reinraum ist deshalb
unbedingt von Nöten, weil darin Datenträger wie Festplatten kontaminationsfrei geöffnet werden können. Muss
die Lese-/Schreibeinheit von Festplatten ausgetauscht werden, kommt das Labor an einer Öffnung des Datenträgers
nicht vorbei.
Schlägt eine Datenwiederherstellung fehl, so bleibt nur noch die Rettung von Daten im Reinraum

Firmen, die Datenwiederherstellung im Labor bewerkstelligen können, gehören zur Spitzengruppe der Datenretter.

Dies hat nicht unbedingt mit dem Vorhandensein eines Reinraums zu tun, sondern mit den Möglichkeiten, die dieser
bietet und die Erfahrung, die dadurch angehäuft wird. Bei logischer Datenwiederherstellung kann man auch nichts über z.B. Firmwaremodule lernen. Will man alle o. a. Bereiche beherrschen rechnen Spezialfirmen mit mindestens 2 Jahren Sonderausbildung. Hinzu kommt dann noch die nötige Erfahrung mit den einzelnen Festplattenherstellern und deren unzähligen unterschiedlichen Modellen, die alle ein wenig anders "ticken".

Präventivmaßnahmen gegen Datenverlust

Backup
Eine relativ sichere Methode dem Datenverlust vorzubeugen, ist das so genannte Backup. Hat man dieses nach einer sicheren Routine durchgeführt, läßt sich nach einem Datenverlust dieser gespeicherte Zustand wiederherstellen.
Ganz wichtig dabei ist jedoch das regelmäßige Durchführen der Sicherung und auch das testweise Zurückspielen zu Überprüfungszwecken.
RAID
Redundanz oder direkte Datensicherung ist auch eine meist als sicher erachtete Methode gegen Datenverlust.
Ein Beispiel hierfür ist das sogenannte RAID System, ein Festplattenverbund der nach unterschiedlichen
Konfigurationen, den so genannten RAID Leveln zusammengeschaltet werden kann. Auch diese Systeme sind
jedoch nur so gut wie ihre Anwender es zulassen. Sind Regeln festgelegt, was zum Beispiel beim Ausfall einer
Festplatte genau zu passieren hat, muss sich der Administrator nur noch daran halten, um zu verhindern, dass
Spezialfirmen RAID Daten wiederherstellen müssen.

4. Verhaltensregeln bei Datenverlust und Datenträgerfehlern

Das BSI hat auf seiner Hilfeseite einige Tipps zum Schutz vor Datenverlust zusammengefaßt, es werden hierbei
Maßnahmen physischer Natur und Maßnahmen die das Benutzerverhalten angehen unterschieden:
Erschütterungen
(Vermeiden Sie Erschütterungen während des Betriebs Ihres Computers!)
Magnetismus
(Setzen Sie Ihren Computer keinen starken elektromagnetischen Strahlen aus –
etwa in der Nähe von Elektromotoren oder Lautsprechern, die Ihre Daten zerstören können.)
Lagerung von Speichermedien
(Lagern Sie Speichermedien trocken und kühl und setzen sie sie nicht direktem Sonnenlicht aus
und bewahren Sie mehrere Kopien von Speichermedien an unterschiedlichen Orten auf.)
Beschriftung
(Beschriften Sie Speichermedien sorgfältig.)
ANMERKUNG: Es wird später noch auf die Haltbarkeit von Datenträgern eingegangen, an dieser Stelle
muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass säurehaltige Stifte oder Aufkleber über die Zeit den
Datenträger durchfressen und so mit ebenfalls direkt zu Datenverlust führen können!

Es folgen Maßnahmen die auf Verhalten abzielen:

Umgang mit dem Papierkorb (Leeren Sie den „Papierkorb“ Ihres Betriebssystems und der Anwenderprogramme (etwa Mailprogramme) nicht automatisch, sondern prüfen Sie zunächst,
ob irrtümlich wertvolle Daten darin enthalten sind.)
Textverarbeitung und seine Tücken (Seien Sie vorsichtig, wenn Sie bestehende Textdateien als
Vorlage für neue Dokumente nehmen: Speichern Sie die Dateien unter einem anderen
Dokumentennamen, wenn Sie alte Versionen behalten wollen.)
Vorsichtsmaßnahmen gegenüber Computerviren (Setzen Sie aktuelle Virenschutzsoftware ein,
aktivieren Sie Ihre Firewall und öffnen Sie keine E-Mails aus verdächtiger Quelle. Nähere
Informationen dazu erhalten Sie in den Newslettern des Bürger-CERT .)

Passwortschutz aktivieren (Sichern Sie sensible Daten mit Passwörtern.)

Sicherung und Auslagerung (Speichern Sie die System- und Programmdateien auf einer anderen
Festplatte als die von Ihnen selbst erstellten Dateien. So können Sie Letztere einfacher regelmäßig abspeichern.)
Backups regelmäßig überprüfen (Überprüfen Sie von Zeit zu Zeit, ob die gespeicherten Daten
mit Ihrer Software noch gelesen werden können – durch den rasanten technischen Fortschritt
können hier Probleme entstehen.)
Auch professionelle Unternehmen die sich auf die Wiederherstellung verlorener Daten spezialistiert haben geben Tipps und Ratschläge zum Verhalten bei Datenverlust,
weil bei zu starker Beschädigung es entweder nichts mehr zu retten gibt oder der zu betreibende Aufwand
unverhältnismäßig hoch wird und damit unrentabel:
  • Geraten Sie nicht in Panik. Überlegen Sie zunächst, was den Schaden verursacht haben könnte. Gehen Sie nicht davon aus, dass alle Daten vernichtet sind!
  • Schalten Sie den Computer aus, starten Sie ihn nicht neu! Versuchen Sie nicht, auf Daten zuzugreifen!
  • Öffnen Sie niemals selbständig die versiegelten Platten! (Nicht Festplatten weiderherstellen selbst versuchen)
  • Nehmen Sie Kontakt mit einem Spezialisten zur Datenwiederherstellung auf, um das weitere Vorgehen zu klären.
  • Wenn Sie sicher sind, dass die Daten „nur“ versehentlich gelöscht, durch einen Systemabsturz unleserlich wurden oder der Speicher formatiert ist, kann eine Software zur Datenwiederherstellung helfen. Aber Vorsicht: Auf dem betroffenen Laufwerk auf keinem Fall neue Daten abspeichern, bevor die alten wieder hergestellt sind. Ungewöhnliche Geräusche, wie Klacken oder Schleifen sind ein sicherer Hinweis, dass nicht nur ein logisches Problem vorliegt!
  • Bevor Sie ein solches Datenwiederherstellungsprogramm nutzen, sollten Sie mit einer gelöschten oder formatierten Diskette oder einem USB-Stick üben.
  • Bei nass gewordenen Datenträgern sollten Sie nicht versuchen diese selbständig zu trocknen. Halten Sie diese feucht und lassen sie diese so schnell wie möglich in ein Speziallabor abholen!
  • Verwenden Sie offensichtlich beschädigte Datenträger nicht weiter!
  • Säubern Sie verschmutzte Datenträger nicht selbst, sondern überlassen Sie das den Profis.
  • Setzen Sie den Datenträger nicht unnötigen Erschütterungen aus, wie zum Beispiel durch Schütteln.
  • Bei der Beschriftung von DVD/ CD usw. sollten Sie auf säurehaltige Beschriftung und Beklebung verzichten.#
  • Setzen Sie DVD/CD/Floppy Disk usw. nicht direkter Sonnenbestrahlung aus!
  • Vermeiden Sie unnötige Hitze, Kälte oder starke Temperaturschwankungen!
  • (Der Trick mit dem Kühlschrank ist ein Mythos [Festplatte zur Datenweiderherstellung ins Eisfach legen], wenden Sie ihn nicht an! Sprechen Sie erst mit den Spezialisten; schnelle Abkühlung führt womöglich zu Kondensation!)
Für einige Datenträger findet man im Internet oder bei Spezialanbietern noch einmal spezifische
Handlungsanweisungen die den Besonderheiten dieses Mediums entsprechend Rechnung tragen.
  • Image ziehen: Versuchen Sie nie die Originaldaten zu reparieren, wenn ein MS Exchange oder SQL-Server ausgefallen ist, sondern fertigen Sie eine Sicherungskopie der Daten an und arbeiten damit. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Spezialisten zur Datenwiederherstellung, oftmals kann dies kostengünstig und zuverlässig dort erledigt werden.
  • Speicherort verändern: Spielen Sie nie die Daten auf den Server wieder auf, der vom Datenverlust betroffen war, sondern wählen Sie einen anderen Speicherort aus oder greifen Sie auf einen separaten Server zurück.
  • System nicht runterfahren: Bei gelöschten Dateien schalten Sie den Rechner einfach sofort aus, um ein Überschreiben beim Runterfahren zu verhindern.
  • Saubere Platten verwenden: Wenn Sie eine Festplatte aufgrund Versagens austauschen müssen, nehmen Sie keine Platte, die vorher in einem anderen RAID-System eingebaut war, ohne diese vorher vollständig bzw. auf low level zu formatieren.
  • Keine Repair oder Defrag-Programme benutzen: Festplatten die möglicherweise beschädigt sind, sollten nicht mit Defragmentierungs- oder Utility Repair - Programmen behandelt werden.
  • Achtung bei Reparaturprogrammen: Läßt sich das Dateisystem nicht mehr starten, der Zugriff auf die Daten wird verweigert oder es kam zu einem Stromausfall, lassen Sie nicht das Utility-Repair-Programm laufen.

Und zur Vorsorge oder der Unterstützung bei der Datenwiederherstellung:
  • Bei ungewöhnlichen Geräuschen einer Festplatte aus dem RAID-Verbund kontaktieren Sie schnellstmöglich Ihr Rettungsunternehmen
  • Bevor Sie Veränderungen in der Konfiguration, Hard- und Software seitig, vornehmen, erstellen Sie ein funktionierendes Backup
  • Makieren Sie Platten und Anschlussstellen an Controller und Festplatten!
  • Nummerieren Sie die Reihenfolge der Platten Ihres Raid-Verbundes zur besseren Zuordnung im "Fall der Fälle"!

5. Datenträger und ihre "Haltbarkeit"

Datenwiederherstellung von defekter Festplatte

Für die Datenwieherstellung ist es meist nicht nur wichtig welche Art von Beschädigungen vorliegen, sondern auch auf welchem Datenträger. Für Spezialunternehmen aus dem Bereich der Datenwiederherstellung sind meist nur digitale Speichermedien interessant und hier hauptsächlich Festplatten. Wikipedia definiert diese wie folgt:
Definition: Datenträger / Speichermedium

Im engeren Sinne bezeichnet man mit Datenträger oder Speichermedien Gegenstände, die als Datenspeicher dienen
  • für Unterhaltung (Musik, Sprache, Film etc.), die mit Hilfe elektronischer Geräte abgespielt oder auch gespeichert werden und
  • für Daten jeglicher Art (auch Unterhaltung), die von Computern/Computeranlagen bzw. Peripheriegeräten nur gelesen oder auch geschrieben werden.
Bei elektronischer Speicherung unterscheidet man auch gerne zwischen flüchtigem, semipermanentem und permanentem Speicher. (Einige Aspekte aus diesem Bereich sind insbesondere für den Bereich Computer Forensik interessant bzw. falsche Einschätzungen hiermit ergeben enorme Schwierigkeiten für die Arbeit dieser Spezialisten.)
Auch hierzu weiß Wiki wieder einiges zu berichten:
Flüchtig:
DRAM, dynamisches RAM (dynamic random access memory)
SRAM (static random access memory)

Permanent:
ROM (read only memory)
PROM (programable read only memory)

Semi-permanent:
EPROM (erasable programable read only memory)
EEPROM (electrically erasable programable read only memory)
Flash-EEPROM (USB-Stick)
FRAM
MRAM
Phase Change RAM
Bestandteile davon finden sich in Endprodukten, die der Anwender dann wieder kennt oder die er auf seinem Rechner wiederfinden kann.
Unter Elektronischen Speichermedien versteht der Anwender genauso wie der Datenretter eigentlich nur Speicherkarten, jede Form von Flash-Speichern und USB-Stick, dabei ist jedoch darauf zu achten ob es sich nicht womöglich um eine Mini - Festplatte, also ein so genanntes Microdrive handelt.
Magnetische Speicherung
Die magnetische Speicherung von Information erfolgt auf magnetisierbarem Material. Dieses kann auf Bänder, Karten, Papier oder Platten aufgebracht werden. Magnetische Medien werden (außer Kernspeicher) mittels eines Lese/Schreibkopfes gelesen respektive geschrieben. Wir unterscheiden hier zwischen rotierenden Platten(stapeln), die mittels eines beweglichen Kopfes gelesen und geschrieben werden und nicht rotierenden Medien, die üblicherweise an einem feststehenden Kopf zum Lesen/Schreiben vorbeigeführt werden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, ob auf dem Medium Daten üblicherweise analog, digital oder in beiden Formen gespeichert werden.
Hier folgt die Untergliederung nach Wikipedia:
  • Magneto-elektronisch
    Kernspeicher (Digitales Medium )
  • Nicht rotierende Speichermedien
    Magnetband, (z.B. DLT); DAT und Tonband (digital)
    Magnetkarte (Digitales Medium )
    Magnetstreifen (Digitales Medium )
    Compact Cassette (Datasette) (Digitales Medium )
    Magnetblasenspeicher (Digitales Medium )
    Tonband (Musikkassette) (Analoges Medium)
    Videoband (Videokassette) (Analoges Medium)
  • Rotierende Speichermedien
    Trommelspeicher (Digitales Medium )
    Festplatte (hard disk) (Digitales Medium )
    Diskette (floppy disk) (Digitales Medium )
    Wechselplatte z. B. Zip-Diskette (Digitales Medium )
Optische Speicherung / Laser-Speicherung
Zum Lesen und Schreiben der Daten wird ein Laserstrahl verwendet. Die optische Speicherung nutzt dabei die Reflexions- und Beugungseigenschaften des Speichermediums aus, z. B. bei CDs die reflektiven Eigenschaften und bei holografischen Speichern die lichtbeugenden Eigenschaften. Die Speicherform ist ausschließlich digital.
  • Laserdisc
  • PD
  • CD, Unterformate: Audio-CD, CD-ROM, CD-R, CD-RW, SVCD, VCD, MVCD
  • DVD, Unterformate: DVD-Video, DVD-Audio, DVD-ROM, DVD-RAM, DVD±R, DVD±RW
  • DVD-Nachfolger: BD, HD-DVD, UDO
  • Holografischer Speicher, Formate: HVD
Nicht rotierende Speichermedien
  • Optisches Band (Optical Tape)
  • Tesa-Film (Prototyp der im Jahr 2000 entwickelt wurde, jedoch nie zum kommerziellen Einsatz kam)

Magneto-Optische Speicherung

Die Magneto-Optische Speicherung nutzt die Tatsache, dass einige Materialien oberhalb einer bestimmten Temperatur magnetisch beschreibbar sind. Unterhalb dieser Temperatur ist ein solches Material nicht einfach ummagnetisierbar; der Speicherzustand kann aber optisch mit einem Laserstrahl ausgelesen werden, dabei wird der polare MOKE-Effekt ausgenutzt.
  • MiniDisc
  • MO-Disk
Was nun die Verwendung von digitalen Speichermedien angeht, so findet man vieler Orts unterschiedliche Einschätzungen, die sich auf teilweise widersprüchliche Angaben über die Haltbarkeit des jeweiligen Datenträgers stützen. Spezialisten für die Datenwiederherstellung können meist nur den Ist-Zustand wiedergeben, je nach Anzahl und Häufigkeit der eingereichten Datenträger. Daraus ergibt sich eine häufige Verwendung von Tapes im betrieblichen Umfeld zur Datensicherung und Backup-Erstellung, für die IT-Anforderungen im täglichen Betrieb werden demzufolge RAID-Systeme und Server häufig eingesetzt und der Privatmann meldet Datenverlust hauptsächlich von Festplatten, häufig Externe, Flash-Speicherkarten und dann USB-Sticks.

Über die Haltbarkeit von Datenspeichern und deren angeratenem Einsatz findet man beim BSI folgende zwischenzeitlich als überholt angesehene Aussage:
"Als Speichermedien bieten sich für private Zwecke vor allem CD-ROMs, DVDs, USB-Sticks oder Wechselfestplatten an. Wenn Sie Daten archivieren wollen, sollten Sie auch auf die Lebensdauer der Medien achten. Gerade die Speichermedien, die sich besonders gut für die Datensicherung eignen, gibt es noch nicht lange genug, um Aussagen über deren Haltbarkeit treffen zu können. Geschätzt wird, dass DVD-Rohlinge bis zu 100 Jahre haltbar sind. Das dürfte den meisten Privatanwender vollkommen ausreichen – doch nachprüfen konnte diese Zeitspanne bisher niemand."
Wikipedia zitiert hier AOL als letzte Quelle zu diesem Sachverhalt:
"Insbesondere musste die anfangs noch überall vertretene und daher weitverbreitete Meinung revidiert werden, „Silberlinge“ (CD, DVD) hielten ewig. DVDs rangieren im Durchschnitt sogar im unteren Bereich - je nach Qualität - mit ca. 3-5 Jahren gesicherter Haltbarkeit. Diese liegt sogar unterhalb der von normalen Festplatten mit ca. 5-7 Jahren bzw. Speicherchips (USB-Sticks) mit ca. 10 Jahren, und weit unter den Leistungen von bis zu 20 Jahren der (relativ kostenintensiven) speziell für Datensicherung hergestellten Geräte, die Magnetbänder verwenden."
Einen Aspekt bei der Langzeitspeicherung oder Archivierung von digitalen Daten sollte man jedoch nie außer Acht lassen - die Rückspielbarkeit der Daten. Dies bezieht sich ausnahmsweise nicht auf die Backup-Daten, deren Rückspielung überprüft werden muss, um die ordnungsgemäße Abspeicherung zu garantieren, sondern es trägt der Tatsache Rechnung, dass erfahrungsgemäß bei Privatleuten bestehende Systeme, wie Betriebssystem oder Software, nach 10 Jahren ersetzt werden, bei Unternehmen erst nach durchschnittlich 30 Jahren. Wenn dann Informationen nicht rechtzeitig durch Migration von Daten in ein aktuelles Datenformat überführt wurden, ist es womöglich nicht mehr so leicht diese abzuspielen. Ähnlich verhält es sich heute schon mit Schallplatten oder den ehemals weit verbreiteten Super-8-Filmen!

6. Dateisysteme

Hier bemühen wir die Definiton nach Wikipedia:
"Im Dateisystem sind die externen Daten eines Computers in Form von Dateien gespeichert. Das Dateisystem selbst ist ein Ordnungs- und Zugriffssystem für diese Daten. Zugriffsroutinen für Dateisysteme sind normalerweise Bestandteil des Betriebssystems. Das Betriebssystem des Computers selbst wird ebenfalls in einem Dateisystem gespeichert.
Für unterschiedliche Datenträger (wie Magnetband, Festplatte, optische Datenträger (CD, DVD, …), Flashspeicher, …) gibt es spezielle Dateisysteme, die deren Besonderheiten berücksichtigen.
Das Dateisystem stellt eine bestimmte Schicht des Betriebssystems dar: Alle Schichten darüber (Rest des Betriebssystems, Anwendungen) können auf Dateien abstrakt über deren Klartext-Namen zugreifen; darunter kommuniziert das Dateisystem mit dem jeweiligen Gerätetreiber und der Firmware des Speichersystems, welche an zusätzlicher Organisation z. B. noch den Ersatz fehlerhafter Sektoren durch Reservesektoren erledigen."
Anderenortes findet man auch einfachere und einleuchtendere Definitionen, die alle mehr oder weniger ausführlich auf die Funktion des Dateisystems eingehen. Schließlich bestimmt das Dateisystem wie der PC zum Beispiel Daten auf o.a. Speichermedien, wie Festplatten oder Zip-Laufwerke speichert. Viele Erklärungen beinhalten auch die Zuweisungen, wie zum Beispiel, dass es bei Windows ME und seinen Vorgängern FAT und bei Windows NT und Windows XP & Windows Vista oder Windows 7 - NTFS heißt. CD und DVD nutzen inzwischen das Dateisystem nach ISO 9660.
Logische Datenwiederherstellung mit Hilfe von Hexadezimalbetrachtung


Insgesamt muss diese Kurzbeschreibung etwas aufgepeppt werden, denn es geht nicht nur um die Speicherung von Dateien, sondern vielmehr um deren Verwaltung, Organisation, aber auch Namensgebung. Es gibt hierzu Pfade, Dateien und Verzeichnisse, über die Daten lokalisiert werden können. Normalerweise sind Betriebssysteme proprietäre Programme, also untereinander inkompatibel. Die bereits angesprochenen FAT (File Allocation Table) ursprünglich das Dateisystem von DOS in der Version FAT-16 (16-Bit-Adressierung) jedoch findet sich als FAT-32 in Windows 95, 98 und Windows NT wieder.Darüber hinaus gibt es das NT File System (NTFS) für Windows NT, das High Performance File System (HPFS) von IBM für OS/2, Windows NT und Linux, das Journaling File System (JFS) von IBM für AIX, das Extended Secondary File System (EXT2 und EXT3) sowie ReiserFS für Linux, ausgefallenere Derivate, die nicht so häufig vorkommen und mehr. Meistens unterscheiden sich die Dateisysteme in der Art, wie sie den Speicherplatz nutzen, ob sie Multi-User-fähig sind und was sie an Sicherheitsfeatures, wie zum Beispiel Journaling mitbringen.
Nun kann natürlich jeder Benutzer ein Dateisystem seiner Wahl zum Betrieb seines PC's aufsetzen. Die Schwierigkeit, die jetzt jedoch für Fachleute aus dem Bereich der Datenwiederherstellung besteht, ist die, sich mit allen Systemen auskennen zu müssen. Bekommt so ein Labor Festplatten zur Datenwiederherstellung mit unbekanntem Dateisystem wäre wohl auch ein logischer Schaden nicht zu reparieren, da man die innere Logik die im funktionalen Zustand zugrunde liegt gar nicht verstehen würde. Es gibt weltweit mehr als 100 verschiedene Dateisysteme und Partitionstypen mit stets unterschiedlichen Eigenschaften. Hinzu kommen Netzwerkdateisysteme, die nur innerhalb von Netzwerkumgebungen existieren und den Datenzugriff Plattformübergreifend auf Protokollebene ermöglichen. Oftmals stellen Datenretter auch fest, dass Anwender falsche Angaben machen, dass Dateisystem wirklich unbekannt ist oder der Benutzer es einfach nicht besser weiß. Dann müssen Wege gefunden werden Daten trotzdem wieder funktional herzustellen, ob es sich um eine Notebook Festplatte oder ein RAID-System mit Controller und x Festplatten handelt.

7. Betriebssystem

Zur Begriffsbestimmung verweisen wir auch hier wieder auf Wikipedia, die freie Enzyklopädie im Netz. Demnach versteht man unter einem Betriebssystem das Folgende:
"Ein Betriebssystem ist die Software, die die Verwendung (den Betrieb) eines Computers ermöglicht und verwaltet Betriebsmittel wie Speicher, Ein- und Ausgabegeräte sowie die Steuerung und die Ausführung von Programmen.
Das Betriebssystem , wird im Englischen auch als operating system (OS) bezeichnet. Dieser englische Ausdruck kennzeichnet hierbei den Zweck und den Sinn: Die in den Anfängen der Computer stark mit schematischen und fehlerträchtigen Arbeiten beschäftigten Operatoren verfassten Programme, zur Arbeitserleichterung; diese wurden sukzessive zum operating system zusammengefasst.
Betriebssysteme bestehen in der Regel aus einem Kern (englisch: Kernel), der die Hardware des Computers verwaltet, sowie grundlegenden Systemprogrammen, die dem Start des Betriebssystems und dessen Konfiguration dienen. Unterschieden wird zudem in Einbenutzer- und Mehrbenutzersysteme sowie Einzelprogramm- und Mehrprogrammsysteme als auch in Sapelverarbeitungs- und Dialogsysteme. Betriebssysteme befinden sich in fast allen Computern: als Echtzeitbetriebssysteme auf Prozessrechnern, auf normalen PCs und Notebooks (sowohl mit Einzel,- als auch Mehrprozessorsystembasierend) und als Mehrprozessorsysteme auf Hosts und Großrechnern."
PCGO hat auch eine nette Erklärung für das BS:
"Jeder Computer braucht, um überhaupt etwas zu machen, Software. Diese Software steuert Tastatur, Monitor, Maus usw. und heißt Betriebssystem (engl. OS = Operating System). Die meisten Desktop-Computer arbeiten mit Windows XP* oder Windows-7*, portable Computer mit Windows Mobile Varianten. Es gibt noch andere Betriebssysteme wie z.B. OS/2 von IBM, Linux, Unix etc. Je stabiler und leistungsfähiger ein Betriebssystem ist, desto weniger Probleme können mit dem Computer auftreten."
Natürlich können wir hier nicht jedes Detail ausführen, wenn Ihnen jedoch wichtige Aspekte fehlen, Sie zum Beispiel Details zum Server wiederherstellen wünschen, zögern Sie nicht und wenden sich per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!