Externe Festplatte vor Gefahren schützen

(Bochum, 13.02.2013) Externe Festplatten sind beliebt und finden sich mittlerweile nicht nur neben PCs oder Laptops wieder, sondern auch neben so manchem Flachbildschirm. Dennoch sind externe Festplatten auch anfällig für gewisse Gefahrenquellen und nicht zuletzt die immer weiter steigende Kapazität macht im Falle eines Headcrashs der Festplatte die Datenrettung zu einer Herausforderung für professionelle Rettungsunternehmen. Mit ein wenig Selbstorganisation und Kreativität lassen sich diese Risikomerkmale deutlich reduzieren. Die KUERT Datenrettung Deutschland GmbH gibt Tips um die häufigsten Gefahrenquellen für den Betrieb von externen Festplatten zu minimieren.


Tipps zum Schutz externer Festplatten vor Datenverlust


1. Der Standort
Festplatten sind anfällig bei Hitze und wärmeren Umgebungstemperaturen und gerade deswegen sollte man darauf achten, dass die externe Festplatte bei der jeweiligen Standortauswahl vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Auch bei der Verkabelung der externen Festplatte sollte man darauf achten, dass diese so durchgeführt wird, dass ein die Platte nicht versehentlich heruntergerissen werden kann. Hilfreich sind hier Kabel- oder Klett-Verbinder. Positiver Effekt am Rande: Eine strukturierte Verkabelung sieht einfach immer ansprechender.


2. Einen Betrieb der externen Festplatte in der Vertikalen gilt es unbedingt zu vermeiden
Externe Festplatten in der Vertikalen zu betreiben birgt immer ein Gefahrenpotential in sich. Eine unbedachte Handbewegung und die Platte wird im schlimmsten Fall umgestoßen. Was zunächst einmal nicht wirklich dramatisch klingt hat in der Praxis oftmals verheerende Folgen, denn ein einfaches umstoßen der Festplatte genügt oftmals um einen Festplatten-Headcrash zu erleiden. In diesen Fällen können dann nur noch spezielle Datenrettungsunternehmen konsultiert werden um die Daten wieder zu rekonstruieren. Somit ist es empfehlenswert, selbst externe Festplatten deren Design für den vertikalen Betrieb ausgelegt ist, besser horizontal zu betreiben.

3. PowerStrips - Damit die Festplatte nicht vom Tisch fällt
Ein simpler kleiner beidseitiger Klebestreifen genügt um externe Platten sicher an Tischoberflächen zu fixieren und um sich somit vor einem versehentlichen herunterreissens der Festplatte zu schützen. In der Regel sind die externen Festplatten hierbei so solide fixiert, dass auch in Fällen bei denen jemand im Vorbeigehen an den Kabeln der Festplatte hängenbleibt, eher diese aus den Anschlüssen gezogen werden, als das die Festplatte vom Tisch zu Boden fällt. Insbesondere PowerStrips eignen sich hierfür besonders gut, da sich diese durch vorsichtiges Ablösen auch wieder rückstandslos, sowohl von der Festplatte als auch von der Tischoberfläche, entfernen lassen können.

4. Datensicherung und Datenorganisation
Was man sichern will ist auch eine Frage der eigenen Organisation. Ob nun Voll-Backups oder eine Datensynchronisation der wichtigsten Dateien und Ordner. Es ist eine individuelle Frage, die auch im Kontext mit dem jeweiligen Anwendertypus steht. Hilfreich ist es mitunter sich für eine Gliederung nachfolgende Fragen zu stellen:

Welche Daten sind unersetzbar, welche wichtig, weniger wichtig und welche nichtig ?

Falls man zu der Erkenntnis gelangt, dass alle Daten unersetzbar oder wichtig sind, dann eignet sich die regelmäßige Erstellung eines Voll-Backups. In allen anderen Fällen tut es in der Regel auch eine Datensynchronisation der wichtigsten Ordner und Dateien.
Empfehlenswert hierfür ist bspw. das Freeware-Programm „PureSync“, welches Backup-Funktionen auf vielfache Art und Weise einfach und zuverlässig übernehmen kann und sich auch für die Datensynchronisation über Netzlaufwerke eignet.

5. Defragmentierung ist nicht gleich Defragmentierung
Grundsätzlich ist eine regelmäßige Defragmentierung Ferromagnetischer Datenträger sicherlich sinnvoll. Die eigentliche Fragestellung hierbei sollte jedoch sein. Was und vor allen Dingen wie möchte ich den Datenträger defragmentieren. Windows und auch andere Betriebssysteme bieten hierzu rudimentäre Bordmittel an, die Ihren Zweck prinzipiell erfüllen. Daneben gibt es jedoch noch auf Defragmentierung spezialisierte Free- und Sharware ( z.B. Defraggler) sowie kommerzielle Programme, die eine genauer spezifikation ermöglichen wie Dateien defragmentiert werden sollen. Zur „Königsklasse“ gehören hierbei kostenpflichtige Programme wie die Software „Disktrix Ultimate Defrag“ die über zahlreiche Möglichkeiten verfügt wie zusammenhängende Dateifragmente auf der Festplatte organisiert werden sollen. So lassen sich z.B. häufig genutzte Programme und Ordner in Bereiche der Festplatte verschieben die die kürzeste Zugriffszeit beanspruchen.

6. HDD Info zur Kontrolle von SMART-Fehlermeldungen
Nahezu alle Festplatten verfügen über eine sog. „Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology“-Funktion (kurz S.M.A.R.T). Hierdurch lassen sich bestimmte Betriebsparameter der Festplatte überwachen wie zum Beispiel:

  • Zugriffsfehlerraten
  • Hardwarefehler der Festplatte
  • Datendurchsatz
  • Umdrehungsgeschwindigkeiten und durchschnittliche Startzeiten des Festplattenmotors
  • Start/Stop Zähler
  • Nutzung und Belegung von Reserve-Sektoren
  • Parkvorgänge der Schreib-/Leseeinheit
  • Laufleistung in Stunden
  • Laufwerkstemperatur

Mittels Freeware-Programmen wie „HDD Health“ lassen sich S.M.A.R.T Daten der Festplatte überwachen und der Anwender kann sich in Fällen in denen spezifischer Grenzwerte überschritten werden durch die Software benachrichtigen lassen.

7. Überspannungsschutz
Insbesondere Blitzschläge bzw. Strom-Überspannung im Allgemeinen stellt für jedes elektrische Gerät eine Gefahr dar und insbesondere Festplatten reagieren hierauf äußerst sensibel. Erleidet eine Festplatte einen Überspannungsschaden, dann ist in der Regel nicht nur die Äußere Elektronik der Festplatte beschädigt, sondern oftmals auch die Innere Elektronik. Überspannungsschutz-Steckdosenleisten bieten hierbei graduell einen wirksamen Schutz vor elektrischen Spannungsspitzen.

8. Bei mehreren externen Festplatten - Farbliches markieren der Strom-Anschlussstecker
Sie haben mehrere externe Festplatten im Einsatz ? Am besten noch übereinander gestapelt ? Das kommt recht häufig vor und oftmals passiertes vielen Anwendern, dass Sie die Spannungsversorgung der Festplatte verwechseln und das falsche Netzteil an eine externe Festplatte anschließen. Üblicherweise führt dies zu einem Kurzschluß an der Festplatten-Elektronik. Um solchen Risiken vorzubeugen eignet sich eine Farbkodierung der jeweiligen Anschlußstecker und der Buchsen.


9. Regelmäßige Reinigung der externen Festplatte
Insbesondere alten, teilweise noch aktiv gekühlten, Festplatten kann auch Hausstaub zusetzen und infolgedessen dazu führen, dass die Betriebstemperatur der Platte über der Norm liegt. Das hat einen negativen Einfluß auf die durchschnittliche Lebensdauer der Festplatte und kann im Extremfall auch zu einem kompletten Ausfall der Festplatte führen. Ein Frühjahrsputz am heimischen PC sollte somit auch die externen Festplatten mit einschließen.

10. Verschlüsselung von Dateninhalten
Wer Daten verschlüsselt, der sollte diese auch regelmäßig sichern. Das Problem an Datenverschlüsselungen, z.B. von kompletten Partitionen mit TrueCrypt ist eine eher grundsätzliches. Viele Verschlüsselungsprogramme organisieren die Datenverschlüsselung über ein Containerformat. Die Problematik hierbei ist, dass Containerbasierte Datenformate bei einem Festplatten-Ausfall eine 100%ige Rettung erfordern. Sind Blöcke oder Sektoren aufgrund von Oberflächenbeschädigungen nicht mehr rekonstruierbar, so wird sich in vielen Fällen auch nicht der verschlüsselte Container reparieren lassen und somit sind die im Container verschlüsselten Daten dann auch nicht wiederherstellbar.


„Grundsätzlich gilt, Daten regelmäßig zu sichern ist leichter und kostengünstiger als Daten wieder aufwändig herzustellen. Das Internet bietet ideale Möglichkeiten um kostenlose Software, die einem viel Arbeit abnehmen kann, herunterzuladen. Es liegt jedoch am jeweiligen Anwender, ob dieser gewillt ist, etwas Zeit zu investieren um sich über die grundsätzliche Nachhaltigkeit seiner persönlichen wichtigen Dateien und Ordner Gedanken zu machen. Wer sich allein auf die Technik und die Marketingversprechen diverser Hersteller verlässt, in dem Glauben dass schon nichts passieren wird, der handelt grob fahrlässig. Überall dort wo Strom durchfließt, da kann auch etwas kaputt gehen, dass sollte man sich stets vor Augen halten. Der Rest ist eine Frage der persönlichen Organisation und des jeweiligen Standortes seiner Speichergeräte.“ , so Martin Eschenberg, Marketingleiter der KUERT Datenrettung Deutschland GmbH.

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