SD-Speicherkarten schwerer zu retten

(Bochum, 16.04.2014) SD-Speicherkarten befinden sich heutzutage in fast allen mobilen Geräten auf denen Daten erhoben werden, sei es in Smartphones, Digitalkameras oder als zusätzliche Speichererweiterung in modernen Ultrabooks. Generell werden Speicherkarten, einmal gesteckt, oftmals vergessen und sind nicht immer Bestandteil des persönlichen Backupplans. Nutzer vertrauen auf die ordnungsgemäße Funktionalität ihrer eingesetzen Speicherkarten und stehen im Falle eines Defekts mitunter vor einem Problem.

Speicherkarten kennen in der Regel nur zwei Zustände: Entweder sie funktionieren oder sie funktionieren nicht. Ein Ausfall einer Speicherkarte kommt immer unmittelbar und kündigt sich in den seltensten Fällen mit irgendeiner Vorlaufzeit an.

Speicherkarten und monolithische Chip-Architektur

Datenretter sahen sich in den vergangenen Jahren mit immer neuerer und komplexerer Technologie bei Speicherkarten konfrontiert. Der aktuelle Stand ist die Monolith-Technologie, bei der sämtliche Kernkomponenten einer Speicherkarte wie Stromversorgung, Speicherchip und Speicherkontroller innerhalb eines Chips beinhaltet werden. Auf Monolith-Technik basierende Speicherchips sind nicht unrettbar, jedoch wesentlich aufwändiger zu retten, da die Rettung mehr Zeit beansprucht als bei konventionellen Speicherorganisationen die frei zugänglich auf der Platine angeordnet sind. War es früher noch relativ unkompliziert den NAND-Speicher auszulöten und auszulesen, so ist dies bei modernen Speicherkarten nicht mehr so ohne weiteres möglich, da es mittlerweile tausende unterschiedliche Komponenten-Kombinationen innerhalb eines Monolith-Chips gibt. Hierbei ändert sich die Vorgehensweise zur Datenrettung gravierend und auch die Lösungsansätze sind diversifiziert. Einsatz von Stereomikroskopie, Oszilloskopie sowie weiterer Technik gehören mittlerweile zum unabdingbaren Equipment für die Rettung von monolithischen Speicherchips.

Generell ist die Rettung von Monolith-Chips möglich, jedoch auch teurer als im Vergleich zu konventioneller Speicherarchitektur von SD-Speicherkarten. Ausschlaggebend hierfür ist ein wesentlich höherer Arbeitszeitaufwand.

Monolithische Chip-Architektur & komplexe Hardwareverschlüsselungen

Gut möglich, dass es auf Ewigkeit ein Geheimnis von Herstellern bleiben wird, warum bestehende interne Hardwareverschlüsselungen bei Speicherchips immer komplexer und proprietärer werden. Mit Datensicherheit hat dies jedenfalls vordergründig nicht sehr viel zu tun. Läuft die Speicherkarte, ist auch ein Datenzugriff möglich. Läuft sie nicht, sehen sich Datenrettungsunternehmen mit diversen Problemen konfrontiert. Denn in der Regel gibt es keine Schaltpläne, keine Dokumentation zur Pin-Belegung und auch keinerlei Informationen hinsichtlich der Art der eingesetzten Verschlüsselung. Üblicherweise arbeiten die meisten Speicherkarten mit mehr oder minder einfachen XOR-Verschlüsselungen. Eine Ausnahme bildet jedoch der weltmarktführende Hersteller SanDisk.

SanDisk - Monolithisch, komplex verschlüsselt und schwer rettbar

Der Speicherkarten-Hersteller SanDisk hat schon sehr früh damit begonnen eigene Standards zu entwickeln und stetig voranzutreiben. So war SanDisk mit eines der ersten Unternehmen die auf monolithische Chip-Architektur gesetzt haben und frühzeitig ein Faible für komplexe und hohe interne Hardwareverschlüsselungen entwickelt haben. In Fällen in denen eine Speicherkarte einen Controller-Defekt z.B. aufgrund von Verschleiß oder Spannungsschäden erleidet, ist es nur in seltenen Fällen möglich noch Daten von modernen SanDisk Speicherkarten zu retten.

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